RV Aktuell

Ein Berg in der Provence, der nicht nur bei den Radprofis während der Tour de France Respekt und Begeisterung auslöst. Auch Breitensportler und Hobbyradler sind fasziniert von dem 1910 m hohen Gipfel. Einmal den Anstieg erklimmen und den Blick von oben genießen, lässt wohl die Herzen vieler Radsportlerinnen und Radsportler höher schlagen. Die Krönung ist aber, die drei Anstiege zum Gipfel an einen Tag zu fahren, direkt hintereinander, eine verrückte Idee, sicher nicht, denn unser Christoph hat sich gut darauf vorbereitet und den Plan dann in die Tat umgesetzt. Sein Bericht quasi live von der Strecke:

Organisation

Diese Challenge ist eine „klassische“ Permanente, die vom Club de Cingle de Mt Ventoux (https://www.clubcinglesventoux.org) ausgerichtet wird. Nach der Anmeldung erhält man je nach gewählter Tour die Stempelkarte per Post. Wir haben den „einfachen“ Cingle gewählt (3 Aufstiege, 4400 hm und 137 km). Mann kann auch den „doppelten“ Bicingles oder den Galeriens (3 Aufstiege Straße 1 Aufstieg Gravel) wählen. Ich habe sehr lange gehadert, den Bicingles zu probieren, man darf aber leider nicht den Bicingles starten und dann mit dem Cingles enden, wenn die Form nicht mitmacht.

Das Event

Am 19.09.2026 sind wir um 6:00 Uhr gestartet. Von dieser Uhrzeit an war es noch ca 1:15 h dunkel und wir konnten den ersten und schwersten Anstieg von Bedoin aus in Ruhe angehen.
Man muß hier erwähnen, dass das Umfeld des Mt Ventoux ein echtes Fahrrad-Mekka geworden ist: Ab 9:00 Uhr sind überall Fahrräder zu sehen, Läden und Gastronomie sind auf den Radsport ausgerichtet. Als ich das erste Mal hier war (2002) war Bedoin noch ein „normaler“ kleiner Ort in der Provence…
Nach 2:20 Stunden sind wir das erste Mal am Gipfel angekommen und haben unsere Karte das erste Mal stempeln lassen. Bei der anschließenden Abfahrt nach Malaucene ist mir wieder bewusst geworden, dass ich es nicht mehr gewohnt war, so lange und so steil bergab zu fahren.

In Malaucene angekommen haben wir den zweiten Stempel beim örtlichen Bäcker erhalten. Nach zwei Croaissonts und einem Kaffee ging es wieder rauf. Auch wenn der Anstieg von Malaucene „nur“ der zweitschwerste ist, so hat er es in sich, da er relativ stark anzieht und dann gefühlt nicht nachlässt. In 1:58 Stunden fand ich mich wieder auf dem Gipfel. Die Abfahrt nach Sault teilt sich den ersten Abschnitt mit der Route nach Bedoin. Nach der Abzweigung flacht die Abfahrt merklich ab und man verlässt scheinbar das „Getümmel“ um den Mt Ventoux.
In Sault (wieder beim Bäcker) holten wir uns den nächsten Stempel. Nach einem sehr leckeren belegten Baguette begaben wir uns auf den letzten Anstieg. Während ich bis zur Gabelung noch gut Tempo machen konnte, ist mir der letzte mit der Auffahrt von Bedoin identische Abschnitt diesmal wesentlich schwerer gefallen…
Nach 1:54 Stunden war auch dieser Anstieg geschafft und ich war überglücklich, jedoch auch etwas nervös wegen der letzten Abfahrt nach Bedoin.

Bevor wir ganz nach unten gefahren sind haben wir noch beim Simpson-Denkmal halt gemacht.


Die letzte Abfahrt ging gut (wenn auch nicht mehr so schnell) und wir konnten uns im „Le Flandrien“ den letzten Stempel holen.
Insgesamt sind wir 8:02 Stunden unterwegs gewesen.

Die Nachlese

Die Karten müssen wieder per Post zurück und werden dann vom Präsidenten des Clubs homologiert. Man erhält die homologierte Stempelkarte sowie eine Urkunde zurück und wird in die ewige Liste eingetragen.
Ich habe an vielen Radsportevents teilgenommen, die alle ihre Besonderheiten hatten, aber ich halte diesen für den Schönsten. Der Straßenbelag ist überwiegend gut bis sehr gut und die Atmosphäre ist unübertroffen. Zusätzlich ist die Region wunderschön und somit in jedem Fall eine Reise wert.

Herzlichen Glückwunsch Christoph, eine super Leistung und ein tolles Erlebnis. Da kannst du uns beim nächsten Stammtisch noch mehr Details zur Planung und zur Tour berichten.