RV Aktuell

Mit RV-Retro-Trikots waren wir dabei

Vor einigen Jahren besuchten wir – Peter und Bernd – zum ersten Mal die Eroica Germania in Eltville und die einzigartige Stimmung und Begeisterung der Teilnehmer schwappte sofort zu uns rüber. Nachdem uns letztes Jahr ein Teilnehmer den Tipp gegeben hatte: „Die Eroica in Montalcino ist die Schönste“, verfestigte sich unser Plan, in 2026 an einer Tour der Eroica in der Toscana teilzunehmen. Mit Anmeldung und Buchung eines Quartiers rückten wir unserem Ziel ein Stück näher.

Was ist die Eroica?

Im Jahr 1997 hat Giancalo Brocci diese Veranstaltung mit dem Ziel ins Leben gerufen, das inspirierende Lebensgefühl vergangener Zeiten zu konservieren. Gleichzeitig dient das Event auch dazu, die charakteristischen Schotterstraßen der Toskana, die „strade bianche“, vor einer Asphaltierung zu schützen. Heute hat das historische Radrennen Ableger in vielen Ländern und ist damit weltweit bekannt. Die Eroica Germania findet z. B. immer im August im Eltville im Rheingau statt.

Was ist das Besondere?

Auch wenn die Eroica als Rennen bezeichnet wird, steht nicht der sportliche Ehrgeiz und ein Rennen gegen die Zeit im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, möglichst heldengleich ans Ziel zu kommen. Dazu zählt zum Beispiel auch, anderen Teilnehmern bei Pannen zu helfen.

Das Reglement schreibt originale Fahrräder mit Baujahr vor 1987 vor. Stahlrohrrahmen, am Unterrohr liegende Schalthebel, Pedalhaken mit Lederriemen, außenliege Bremszüge und für die Fahrer zeitgemäße (Woll-)Trikots.

Unsere Vorbereitungen

Hatte Peter bereits ein passendes Peugeot-Rennfahrrad in seiner Sammlung, fand Bernd erst nach längerer Suche und einigen Besichtigungsreisen kurz vor Schluss ein passendes Bianchi in Frankfurt. Dies dazu in einem nahezu ungebrauchten Zustand. Nun musste noch Einiges an Ausrüstung beschafft werden: Ein paar Schläuche und Mäntel, Werkzeug & Co sollte man für die Tour auf den strade bianche schon dabeihaben. Eine Erprobungs- und Einstellungsfahrt auf der RV-Permanente kurz vor der Abreise nach Italien brachte die letzte Sicherheit, gut gerüstet zu sein.

Aber das Outfit musste ja auch noch stimmen – schließlich gibt es vor dem Start ein „Bike and clothing Check“. Altes nicht weggeworfen zu haben, kam uns nun zu Gute. So trugen wir mit Stolz die RV-Retro-Trikots aus dem RV-Fundus nach einem Entwurf von 1987.

Wir waren dabei!

In Montalcino angekommen, erwartete uns ab Freitag ein Vintage-Bike Markt und tolle Bike-Festival Stimmung. Dort konnte Peter ein lang gesuchtes Ersatzteil finden und Bernd ein paar passende Vintage-Bike Schuhe erstehen.

Das Rennen selbst war am Sonntag. Als Strecke hatten wir uns die „Crete Senesi“ mit 70 KM und 1.400 Höhenmetern vorgenommen. Bereits vor 7:00Uhr füllte sich die historische Stadt recht schnell mit den rd. 2.500 Teilnehmern, die auf den Start warteten. Mit netten Gesprächen über die historischen Fahrräder, die Strecken oder die Herkunft der Teilnehmer, nutzen wir die Zeit bis zum Start. In dem herrlichen Ambiente der Altstadt war die Spannung vor dem Start förmlich zu greifen und beim Start jubelten viele begeisterte Zuschauer ihren „Helden“ zu.

Nach einer längeren und schnellen Abfahrt, die einiges an Kraft in den Händen zum Betätigen der Bremshebel forderte, fuhren wir auf den weißen Schotterstraßen, den strade bianche, durch die traumhaft schöne toskanische Hügellandschaft. So schön sie auch war, sie machte uns das Leben immer wieder mal schwer. Vor idyllischer Kulisse wurde teilweise um das Zurücklegen jeden Meters gekämpft oder, wenn es nicht mehr ging, das Fahrrad geschoben.

An den Zwischenstationen erwarteten uns reichlich gedeckte Tafeln mit toskanischen Spezialitäten und Rotwein sowie überaus freundliche und feiernde Anwohner und Zuschauer. Ein professioneller Bike Service war ebenfalls vor Ort und rundete das Ganze ab.

Dann die Zieleinfahrt in Montalcino: Gänsehaut, Stolz und feuchte Augen. Die Zuschauer standen in der historischen Altstadt auf ca. 1 KM vor dem Zieleinlauf rechts und links und bejubelte ihre Helden. Rund um das Ziel wurde Party gefeiert und bei Disco-Music im Fahrradtrikot getanzt.

Unsere erfolgreiche Teilnahme feierten wir dann am Abend bei einer guten Flasche Brunello mit unseren beiden Frauen Brunhilde und Martina.

Für uns ist die Eroica viel mehr als Fahrradfahren, es ist erlebte Fahrradkultur. Und so planen wir schon für die nächste Eroica.

Interesse geweckt? Für Fragen und Tipps stehen wir gerne zur Verfügung Bernd Luckas & Peter Holzhacker